Buchrückseite: Ein Dickkopf mit zwei Flügeln
Buchrückseite: Ein Dickkopf mit zwei Flügeln
Sonja - "Engel können auch schwarz sein "-Illustration aus "Ein Dickkopf mit zwei Flügeln", auf Steinen gemalt.
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Im Jahr 2000 mitgebrachte, schwer misshandelte Straßenhündin aus Bethlehem. "Hexi". Gestorben am 31.05.2015
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Sonja und ihr Buch f. ein Lepradorf in Nepal:  "Wenn die Seele Märchen erzählt"
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Sonja von Eisenstein Digital Art: "Modern Selbstportrait", Sept.2014
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Sonja und ihre meditativen Schreibseminare: Schreiben aus dem Unterbewusstsein
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SILVESTERKARTENLEGEN mit SONJA: Hotel Steigenberger, Vila Vita Park, Robinson Club, Möbelhaus WEKO, Klinik&Hotel St.Wolfgang u.a.
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Frühlingsfoto von Sonja
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Konzertcellist Prof. Richard Matuschka-Eisenstein, Sonja's "Papa Cello", 1998 verstorben
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Sonja mit ihrer Ukulele
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Sonja - Acrylmalerei,Bild: "Sehnsucht"
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Sommer 2013 - Hexi genießt ihren Lebendsabend am flauschigen Teppich im großen Wohnzimmer
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Hexi Digital Art
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Foto:J.Kornprobst - anklicken, YoutubeVideo Sonja mit ihrem Kabarett "Adamischer Edelmut", 2013 - Comedy im Pub, Salzburg
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Foto:J.Kornprobst - Comedy im Pub - Sonja, Martin Frank und Kabarettkollegen
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Sonja's Illustrationen, Zeichnungen, Karikaturen, Cartoons,
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Über mich

Sonja
Sonja

 

 

Sonja von Eisenstein

 

Wo fange ich an?

 

     Es ist gar nicht einfach, über sich zu schreiben. Nicht, weil ich über mich nichts zu berichten wüsste, ganz im Gegenteil! Vielmehr, weil es mir schwer fällt, mich dabei kurz zu fassen. Ich habe nämlich ein Hobby, und dieses Hobby ist: Alle meine Hobbys zum Beruf zu machen! Na ja, und da hat sich im Laufe der Jahre schon so einiges zusammengeläppert.

 

     Ich fing auch schon sehr früh damit an. Wenn ich da jetzt einen tabellarischen Lebenslauf zusammenstellen müsste, würde ich ein Problem bekommen, denn manchmal habe ich drei Sachen auf einmal gemacht. Und angefangen habe ich eigentlich schon vor meinem sechsten Lebensjahr - jedenfalls einige Zeit bevor ich in die Schule kam.

 

Alles begann mit Gedichten

 

  Mein Vater war ein großer Freund von Gedichten und ein Johann Wolfgang von Goethe und Schillerfan. Zu einem seiner Hobbys neben seinem geliebten Cello, gehörte es, mit mir Goethes Gedichte auswendig zu lernen. 

 

     Das fiel mir als Legasthenikerin unendlich viel leichter als Buchstaben, Zahlen oder das Lesen zu erlernen. Denn was ich vorgelesen bekam, musste ich nicht erst mühsam in Buchstaben übersetzen und dabei ständig aufpassen, dass ich sie nicht verwechsle, sondern konnte die Gedichte in schönen, bunten Bildern wie einen Film vor meinem Inneren ablaufen lassen und dem Sprachklang lauschen. Und so merkte ich mir die Gedichte wie den "Erlkönig" oder "Das Häschen" vom Dichter Baumbach (zehn Minuten lang - kann ich heute noch) sehr schnell auswendig - und dazu behielt ich es auch gut, wenn mein Vater mir zeigte, wie ich so ein Gedicht vortragen und betonen sollte.

 

Erstes "Honorar"

 

     Die schönsten Augenblicke aber waren für mich, wenn ich eines meiner Gedichte dann bei einem unserer Hauskonzerte vortragen durfte. Solchen Augenblicken fieberte ich förmlich entgegen! Denn mir gefiel es nicht nur, wenn Papa und sein Pianist nach einem Cello/Klavierkonzert von den Gästen Applaus bekamen, auch mir machte es Spaß, wenn ich die älteren Damen mit meinen Gedichten zu Tränen rühren und entzücken konnte und dafür viel, viel Applaus bekam. Und dazu kam noch, dass niemanden mein kleiner Sprachfehler störte, deswegen ich in der Schule später von anderen Kindern öfter gehänselt wurde: Ich stieß beim "S" sagen immer mit der Zunge auf die Vorderzähnen auf und lispelte dadurch. Aber Papa fand das süß! Und daher beeinträchtigte es auch mein Selbstbewusstsein nicht beim Gedichte rezitieren.

 

     Mutti bezahlte mir für meine Vorträge bei unseren Konzerten immer ein "kleines Honorar" - in der Regel so um die 10.-Schillinge zusätzliches Taschengeld, auch wenn unsere finanzielle Situation zu der Zeit häufig alles andere als rosig und ein ewiges auf und ab war. Das wurde erst besser, als mein Vater zu seiner konzertanten Tätigkeit als Cellopädagoge ans Konservatorium der Stadt Wien verpflichtet wurde.

 

     Nach dem musikalischen Teil unserer Hauskonzerte, durfte ich immer bleiben, Brötchen mitessen - und ein halbes Stamperl Eierlikör ausschlecken. Ich hasste nichts mehr, als zeitlich schlafen zu gehen! Und noch mehr natürlich das zeitliche Aufstehen. Das ist mir bis heute verblieben....

 

Blockade - mein "Sprachfehler"

 

     Wie es dazu kam, dass ich mir meinen Sprachfehler dann alleine vor dem Spiegel abgewöhnte? Das verdankte ich meinem Vorhaben, mir heimlich einen Job im Kinderfunk aufzutreiben und bei dem damaligen Kinderfunkonkel vorzusprechen. Der war sehr beeindruckt von meiner Gedichtsvortragskunst! Allerdings - meinen Sprachfehler fand er ganz und gar nicht süß!

 

     Er machte mich darauf aufmerksam, dass ich zuerst ein schönes "S" sagen lernen müsste, aber dann würde ich eine Chance bekommen. Er zeigt mir auch, was ich tun sollte: Täglich vor dem Spiegel das "S" sagen üben und zwei Finger dabei zwischen Zunge und Vorderzähne stecken.

 

Nach der ersten Niederlage

 

     Ich kam nach Hause und übte von da an eisern  - fast zwei Jahre lang. Mit neun Jahren tauchte ich wieder im Rundfunk auf. Der nette Onkel von damals war zwar nicht mehr da, aber es wurde trotzdem ein Erfolg. Irgendwie landete ich - völlig ahnungslos - im Werbefunk, als ich die langen Gänge im Rundfunksgebäude an den vielen Türen entlang irrte. 

 

     Die zuständigen Herren, die ich dann mit einer Fülle meiner auswendig gelernten Gedichte beglückte und von denen ich gar nicht wusste, welche Funktion sie überhaupt hatten, engagierten mich sofort. So kam ich sehr zufrieden gleich mit einem Manuskript, einer kleinen Rolle und einen Werbefunkvertrag zum Unterschreiben für Papa von diesem Ausflug heim.

 

     Und meine Eltern fielen aus allen Wolken, denn die hatten ja keine Ahnung von meinem heimlichen Eigenleben und dass ich in den Rundfunk wollte! Ich war ja so ein typisches Einzelkind und immer viel mit Erwachsenen beisammen. Da hatte ich sehr bald herausgefunden: Am besten kam man durch, wenn man über Vorhaben und Pläne nicht viel sprach, denn dann lief man nicht in Gefahr, dass einem von vornherein entweder etwas verboten, mies gemacht oder man gar  für etwas, was man tun wollte, mit einem "das kannst du nicht" für unfähig gehalten wurde.

 

Wo ich bockig werden konnte

 

     Ich wollte immer auf alles selber draufkommen und hatte glücklicherweise viel von einem ungläubigen Thomas. Ich reagiert äußerst bockig, wenn ich etwas haben, sein oder werden wollte und man mir einredete, das ginge nicht weil, weil, weil....Wie zum Beispiel: Legastheniker können nicht Dichter, Schriftsteller, Journalist, Werbetexter, Hörspielautoren usw. werden. Je mehr mir das von allen Seiten abgesprochen wurde, desto mehr fing ich später an das alles erst recht zu wollen....

 

     Ich muss aber gestehen, dass mir das Wiener Rundfunkgebäude nicht fremd war, als ich im Alleingang dort auftauchte. Es lag in der Nähe des Resselparks, in dem ich oft am Nachmittag spielte und ich hatte meinen Vater bei diversen Rundfunk-Celloaufnahmen häufig begleitet.

 

     Ich fand dort alles interessant! Ich wusste, wenn über den Türen der Aufnahmeräume die roten Lampen leuchteten, durfte ich nicht hineingehen, denn dann wurde aufgenommen.

 

Auch Technik fand ich interessant

 

     Ich schaute gerne zu, wie mit Tonbändern hantiert wurde, die wie piepsende Mickimäuse klangen, wenn man sie schnell abspielen ließ und genoß es, nach den Aufnahmen mit meinem Vater und dem Pianisten im Studioraum zu hocken und das gemeinsame Spiel mit abhören. Mein Vater schätzte es sehr amüsiert, dass ich Ohren hatte wie ein Luchs! Denn wenn ich einen Fehler in seinem Spiel bemerkte und ein Ton am Cello nicht  sauber intoniert war, nahm ich mir kein Blatt vor den Mund, ihn unverblümt darauf aufmerksam zu machen!

 

     Mit meiner Kritikfreude hatte ich auch in der Technik die Lacher oft auf meiner Seite. Daher hatte ich auch gar keine Scheue, einfach so - statt im Park zu spielen - allein ins Rundfunkgebäude hineinzuhüpfen und jedem zu sagen, was ich wollte.

 

     Von diesem Zeitpunkt an, arbeitete ich als Kindersprechern im Werbe - und Schulfunk. Papa studierte mit mir auch gerne die Rollen ein und gab mir Anregungen, wie ich etwas betonen sollte. Das machte nicht nur mir, sondern auch ihm sichtlich Spaß - sicher ist an ihm ein Schauspieler verloren gegangen.Und dass ich mir dabei auch ein nettes Taschengeld verdiente, fand ich ja auch sehr erfreulich. Obwohl - es war so viel Liebe dabei, dass ich's auch umsonst gemacht hätte! Aber ich genoss es sehr, wenn ich einmal meine Eltern oder meine Freundin mit meinem selbstverdienten Geld zum Eis essen einladen konnte.

 

Wie ein Theaterportier mein Förderer wurde
 

     Mit elf Jahren wurde ich dann neben der Kindersprecherin im Rundfunk auch noch Kinderschauspielerin an der damaligen Wiener Scala, denn Singen, Gedichte schreiben und Theaterspielen gehörten zu meinen Hobbys. Und die Wiener Scala lag auf meinem Schulweg nach Hause.

 

     Dort stand am Hintereingang oft ein Portier, der mich allmählich schon vom Sehen kannte, denn ich richtete meinen Weg immer so ein, dass ich, wenn er mit seinem Portierskäppchen draußen vor der Tür stand, knapp an ihm vorbei ging und ihn mit einem lauten und freundlichen "Grüß Gott" grüßte.

 

     Allmählich verlor ich die Scheue vor seinem für mich imposanten Käppchen und wir begannen miteinander Worte zu wechseln und uns anzufreunden. Aber das ist eine Geschichte für sich, die ich mir für meine Memoiren aufheben sollte. Jedenfalls stand er auf meiner Seite, als er erfuhr, dass ich zum Theater wollte. Er fing an mir Tipps zu geben und hielt mir die Daumen, als ich dann bei einem Regisseur vorsprach, weil Kinder für ein Nestroystück gesucht wurden. Ich bekam die ausgeschriebene Rolle  auch.

 

Niemand ist bedeutungslos

 

     Der alte Portier - er wurde für mich das Sprungbrett zum Theater! Damals habe ich etwas gelernt: Ganz gleich, in welcher Position ein Mensch dir gegenüber steht und was er tut, ganz gleich, wie unwesentlich und bedeutungslos er für viele Augen erscheint, wenn man ihm einen so hohen Wert beimisst, wie ich es damals als Kind getan habe und ihn für ungeheuer wichtig hält, dann wird er auch wichtig. Das habe ich nicht nur einmal erlebt!

 

     Aber die Hobbys und Interessen wurden immer mehr, je älter ich wurde. Und in meiner Begeisterungs- und Experimentierfreudigkeit, Lern- und Abenteuerlust war ich kaum zu bremsen. Und das ist mir bis heute verblieben. Ich kann nur hoffen, 100 Jahre alt zu werden, um das alles zu leben, was ich so vorhabe...

 

 

 

 


Erinnerungen an Weihnachten meiner Kindheit
Adventerinnerungen an die Kindheit.doc
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